01 Irrtum: "Man muss immer von außen abdichten“
Sollte eine Außenabdichtung nicht möglich sein, ist die Abdichtung von innen eine gute Alternative, welche auch gegen Druckwasser funktionstüchtig ist.
02 Irrtum: „Bitumen ist immer die beste Wahl.“
Nicht jedes Abdichtungsmaterial ist für jede Anwendung optimal. Die Auswahl muss sich nach Wassereinwirkung und Baukonstruktion richten. Auch mineralische Dichtungsschlämmen oder flexible Abdichtungen können funktionstüchtig sein.
03 Irrtum: „Feuchtigkeit verschwindet durch Lüften.“
Lüften hilft nur bei Kondensfeuchte, nicht aber bei kapillar aufsteigender oder seitlich eindringender Feuchte. Hier sind bauliche Maßnahmen notwendig.
04 Irrtum: „Abdichtungen sind für die Ewigkeit.“
Auch moderne Abdichtungen müssen regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf erneuert werden. Auch Dränagen und Anschlüsse sind wartungsintensiv.
Wissenschaftliche Fakten
- Feuchte transportiert Salze: Diese können zu weiteren Schäden wie Putzabplatzungen führen.
- Wärmeleitfähigkeit steigt mit Feuchte: Feuchte Wände sind schlechte Dämmstoffe – die Heizkosten steigen.
- Schimmelrisiko: Bereits eine relative Luftfeuchte von 70-80% an der Wandoberfläche genügt für Schimmelwachstum.
Was Hausbesitzer wirklich wissen müssen
- Ursachenanalyse ist Pflicht:
Ohne genaue Klärung der Ursache ist jede Abdichtung ein Risiko. - Regelmäßige Kontrolle:
Abdichtungen und Dränagen sollten regelmäßig geprüft werden. - Fachwissen schützt:
Wer sich informiert, spart teure Folgeschäden.
Fazit
Abdichtung ist ein komplexes Thema, das Erfahrung und Wissen verlangt. Lassen Sie sich nicht von Mythen leiten, sondern setzen Sie auf Fakten und Fachwissen.
Dipl.-Ing. (FH)
Thomas Molitor
Stellv. Technischer Leiter
Unser Experte
Thomas Molitor ist Dipl.-Ing. (FH) Bauingenieur und Fachautor im ISOTEC-Umfeld. Als Fachbuchautor und Referent steht er für technisch präzise, praxisorientierte Inhalte rund um den Bautenschutz. Darüber hinaus wirkt er an technischen Regelwerken mit und übersetzt Anforderungen und Standards in klare, belastbare Empfehlungen für Ratgeberbeiträge.
Schwerpunkte:
- Bauwerksdiagnostik & Ursachenanalyse
- Abdichtung & Sanierungslösungen
- Bauphysik (Feuchte- und Raumklima)
- Technische Dokumentation & Qualitätssicherung
FAQs Irrtümer bei der Abdichtung
Was ist der Unterschied zwischen Kapillarfeuchte und drückendem Wasser im Bauwesen?
Kapillarfeuchte verteilt sich über Porengefüge im Baustoff. Drückendes Wasser ist entweder durch Grundwasser vorhanden oder entsteht, wenn sich das Sickerwasser nach Regenfällen in schlecht durchlässigen Böden aufstaut.
Kann ich meinen Keller selbst abdichten?
Bei komplexen Feuchteproblemen sollte immer ein Fachmann hinzugezogen werden.
Reicht regelmäßiges Lüften aus, um Feuchtigkeit in Wänden zu beseitigen?
Lüften hilft nur bei Kondensfeuchte. Bei aufsteigender oder seitlich eindringender Feuchte sind bauliche Maßnahmen notwendig, da das Problem sonst bestehen bleibt.
Warum ist eine Ursachenanalyse vor jeder Abdichtung so wichtig?
Ohne klare Diagnose besteht das Risiko, das falsche Abdichtungssystem zu wählen. Nur eine genaue Analyse verhindert Fehlinvestitionen und unnötige Folgeschäden.