Unterschiedliche Fassadensysteme
Je nach Region und der davon abhängigen Jahresniederschlagsmenge in Kombination mit der maximalen Windströmungsgeschwindigkeit – sie entscheidet über den Anpralldruck des Regenwassers auf die Fassade – werden unterschiedliche Fassadenformen gewählt. Man unterscheidet dabei zwischen:
- einstufigen Fassaden (Pfosten-/Riegelkonstruktionen, Wärmedämmver-bundsystemen etc.)
- zweistufigen Fassaden (zweischaliges Mauerwerk, Mauerwerk mit Verschieferungen etc.)
- Regenspeicherfassaden (historisches, unverputztes, dickes Mauerwerk, Sichtfachwerk etc.)
So bestehen etwa für die windreichen Regionen in Küstennähe und in den Mittelgebirgsregionen, die in der DIN 4108 der Schlagregenbeanspruchungsgruppe III zugeordnet werden, höhere Anforderungen an den Schlagregenschutz als, z. B. für die Kölner Bucht mit geringerer Windintensität (Schlagregenbeanspruchungsgruppe I). Die Ursachen für einen schlagregenbedingten Feuchteeintritt in das Gebäudeinnere sind meistens die Verwendung eines falschen Außenwandputzsystems oder Beschädigungen wie Risse, schadhafte Fugen oder sonstige Wasserzutrittsöffnungen in der Fassadenoberfläche.
Nico Seibt
TÜV-zertifizierter Sachverständiger für Baufeuchteschäden
Noch Fragen?
FAQs Schlagregen
Welche Aufgabe hat eine funktionierende Fassade beim Schlagregenschutz?
Eine Fassade muss mehr Feuchte abgeben können, als sie bei Regen aufnimmt. Gleichzeitig muss sie verhindern, dass Wasser bis zur Innenseite der Außenwand durchdringt.
Wovon hängt die Wahl des passenden Fassadensystems ab?
Sie richtet sich nach der Jahresniederschlagsmenge der jeweiligen Region und der maximalen Windgeschwindigkeit. Diese Faktoren bestimmen den Anpralldruck des Regenwassers und damit die Anforderungen an den Schlagregenschutz.
Welche Fassadentypen unterscheidet man beim Schlagregenschutz?
Man unterscheidet einstufige Fassaden (z. B. Wärmedämmverbundsysteme), zweistufige Fassaden (z. B. zweischaliges Mauerwerk) und Regenspeicherfassaden (z. B. historisches, dickes Mauerwerk oder Sichtfachwerk).
In welchen Regionen gelten besonders hohe Anforderungen an den Schlagregenschutz?
Windreiche Küstengebiete und Mittelgebirgsregionen gehören laut DIN 4108 zur Schlagregenbeanspruchungsgruppe III und benötigen daher verstärkte Schutzmaßnahmen. Regionen wie die Kölner Bucht fallen in Gruppe I und sind weniger stark beansprucht.