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Aus einer Ruine wird das Wahrzeichen des Ortes

12.07.2012 Pressemeldungen,  Objektberichte Erstellt von Thomas Bahne

Hätten die Stammtische entschieden, wäre das alte Pfarrhaus von Pöcking in Oberbayern der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Dank des Einsatzes von ISOTEC sowie weiterer Spezialbetriebe ist daraus jedoch ein Vorzeigeobjekt und Wahrzeichen des Ortes im Landkreis Starnberg geworden.

Altes Pfarrhaus Pöcking

„Die Widerstände waren enorm. Doch die Befürworter einer Sanierung konnten sich durchsetzen“, erläutert Architekt Jörg Schiefelbein, Geschäftsführer des ISOTEC-Fachbetriebes in Feldafing am Starnberger See. Zu den Unterstützern des lohnenswerten Projektes zählten unter anderem der Bürgermeister sowie das Architektenbüro „WSM“ aus Pöcking. „Das erstmals um 1400 urkundlich erwähnte alte Pfarrhaus war in einem erbärmlichen Zustand, das Wort ‚Ruine‘ trifft es am besten. Aber es hatte großes Potenzial“, so Schiefelbein.

Im Vergabeverfahren erhielt ISOTEC den Zuschlag für die Gebäudetrockenlegung. Wie so oft bei historischen Gebäuden stellte die aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk das grundlegende Problem dar. Deren Beseitigung hatte daher höchste Priorität. Um der aufsteigenden Feuchtigkeit den Garaus zu machen, erfolgte in einem ersten Schritt mit Hilfe von Spezialheizstäben eine vollständige lokale Austrockung des Mauerwerks. Im Anschluss wurde in diesem Bereich das ISOTEC-Spezialparaffin injiziert, welches das Aufsteigen der Feuchtigkeit dauer-haft verhindert.

Die 100prozentige Wirksamkeit dieser Horizontalsperre ist wissenschaftlich vielfach belegt und sie wird seit Jahrzehnten erfolgreich angewendet. Bei der Injektion können die feinen Poren des nun lokal ausgetrockneten Mauerwerks – ähnlich wie ein trockener Schwamm – das Paraffin vollständig aufnehmen. Es bildet nach dem Erkalten eine circa 15 Zentimeter starke, kapillar undurchlässige Sperrschicht. Ein wichtiger Vorteil des eingesetzten Paraffins: Es ist chemisch inaktiv, baustoff- und gesundheitsverträglich und entspricht sogar den Auflagen des Lebensmittelgesetzes.

„Eine Abdichtung des erdberührten Bereichs war von außen nicht möglich, da der alte Friedhof unmittelbar an das Pfarrhaus angrenzt“, erläutert Schiefelbein. Diese kann den betroffenen Wandquerschnitt zwar nicht vor der Feuchtigkeit und damit vor Wärmeverlusten schützen, aber die Oberfläche der Wandinnenseite wird mit diesem Verfahren optimal abgedichtet. Auf den vorbereiteten Untergrund wurden dafür ein kunststoffvergüteter Fertigmörtel und im Anschluss zwei Lagen flexible Dichtungsschlämme aufgetragen. Schließlich wurde im Bereich des Erdgeschosses innen und außen das ISOTEC-Sanierputzsystem verwendet.

„Das Gesamtprojekt der Sanierung und des Umbaus dauerte über ein Jahr“, so Schiefelbein. „Wir waren etwa sechs Monate mit dem Projekt befasst: Nach der erfolgreichen Horizontalsperre folgte eine mehrmonatige Unterbrechung durch die Arbeiten der anderen Gewerke, bevor wieder über einen Zeitraum von vier Wochen die Innenabdichtung und Anbringung des Sanierputzes erfolgen konnte.“

Heute erstrahlt das alte Pfarrhaus mit quadratischem Grundriss (15 x 15 m) und Zeltdach in neuem Glanz. Das Highlight stellt im Inneren der Dachstuhl aus dem Jahr 1731 dar: Dank eines meisterhaften Strebenwerks überspannt dieser stüt-zenfrei das kubische Gebäude. Damit er optimal zur Geltung kommt, wurde ein Großteil der Zwischendecke im Obergeschoss entfernt. Das historische Gebäude beherbergt heute einen eleganten Trauungssaal, das Archiv, die Gemeindebibliothek und das Gemeindemuseum. Bis zu 200 Personen finden bei Veranstaltungen in dem Gebäude Platz.