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Drainage für einen trockenen Keller? Vor- und Nachteile

Für viele ist die Dränung oder Drainage das Allheilmittel gegen einen feuchten Keller. Sind die Kellerwände nass, muss eine Drainage her. So zumindest die landläufige Meinung.

Technische Zeichnung Draenung Drainage

Dabei kann eine Drainage alleine nicht für trockene Wände sorgen. Sie ersetzt keine fachmännische Abdichtung der Kellerwände.

Was ist eine Drainage überhaupt?


Eine Drainage wird im Erdreich verlegt und
führt aufstauendes Sickerwasser vom Haus ab.
Sie reduziert den auf dem Gebäude lastenden Wasserdruck. Die Drainage befindet sich etwas unterhalb des Kellerbodens.
Es wird ein Stangendränrohr in ein mit Vlies ummanteltes Kiesbett verlegt. Das Dränrohr verfügt umlaufend über kleine Öffnungen, durch die das Sickerwasser in das Rohr gelangt und entsprechend abgeführt wird.

zugelassenes-Draenrohr-ugs-Drainage

 

Die Vorteile

Eine Drainage um den Keller bringt die folgenden Vorteile mit sich:

 

 

Reduzierung der Wasserbelastung

Der auf den Keller einwirkende Wasserdruck wird mit einer Drainage deutlich reduziert. Der in Fachkreisen verwendete Wasserbelastungsfall kann durch eine fachgerecht eingesetzte Drainage zum Beispiel von dem Belastungsfall ‚aufstauendes Sickerwasser’ auf ‚nicht stauendes Sickerwasser‘ reduziert werden.

Einfachere Abdichtung

Aufgrund der reduzierten Wasserbelastung des Kellers sind die Anforderungen an die Kellerabdichtung und die eingesetzten Materialien deutlich geringer.

So können die notwendigen Schichtdicken des Abdichtungsmaterials - bei Außenabdichtungen bevorzugt Bitumendickbeschichtung - dünner ausgeführt werden.

Ältere Gebäude

Ist Ihr Gebäude vor den 70er Jahren erstellt und wurde es nicht auf der heute üblichen durchgehenden Bodenplatte gegründet, so bringt eine Drainage einen weiteren entscheidenden Vorteil. Ältere Bodenplatten können aufgrund von minderwertigem Beton Undichtigkeiten aufweisen. Aber auch der Anschluss zwischen der nachträglich eingegossenen Bodenplatte und dem aufsteigenden Mauerwerk ist oft undicht und wasserführend. Mit der Drainage und der damit verbundenen Reduzierung der Wasserbelastung ist die Wahrscheinlichkeit der o. g. Probleme deutlich reduziert.

 

 

Die Nachteile

Bei allen Vorteilen bringt eine Drainage aber auch deutliche Nachteile mit sich:

 

 

Teure Anschaffung

Auch wenn ohne Drainage die Abdichtung teilweise aufwendiger gestaltet werden muss, wiegt dieses Mehr nicht die Mehrkosten einer Drainage auf.Die fachgerechte Verlegung einer Drainage wird in der DIN 4095 ‚Dränung zum Schutz baulicher Anlagen‘ geregelt.Danach muss das Stangendränrohr in eine Kiesschicht, die wiederum mit einem Vlies komplett umwickelt sein muss, eingelegt werden. Die Körnung der Kiesschicht wie auch das Material des Dränrohrs und Vlies sind in der DIN genauestens festgelegt. Zusätzlich müssen an allen Richtungsänderungen der Drainage, z. B. an Gebäudeecken, Spülschächte eingebaut werden. Diese Spülschächte haben in der Regel einen Durchmesser von 30 cm. Sie dienen der Wartung und sollen ein Spülen der Drainage ermöglichen.Alle diese Maßnahmen sind entsprechend teuer in der Anschaffung. 

 

 

Fachgerechte Verlegung

Das ist aus meiner Sicht das häufigste Problem von Drainagen. Sie werden nicht fachgerecht und damit auch nicht ihrer Funktion entsprechend eingebaut.

Der häufigste Fehler ist die Verwendung von Rollen- anstelle von Stangenware für das Dränrohr. Nach DIN 4095 ist Rollenware nicht zugelassen, in der Praxis aber immer wieder anzutreffen.

Um eine einwandfreie Funktion der Drainage zu gewährleisten, ist ein definiertes Gefälle des Dränrohrs notwendig und auch vorgeschrieben. Rollenware, wie das auf Baustellen oft eingesetzte gelbe Dränrohr, lässt sich im Gegensatz zu dem Stangenrohr nicht in einem definierten Gefälle verlegen. Eine einwandfreie Funktion der Drainage ist somit nicht gegeben.

Abführen des Wassers

Auch wenn in den 80er Jahren sogenannte Ringdrainagen populär waren (deren Sinn hat sich mir bis heute nicht erschlossen), muss das in der Drainage gesammelte Wasser gezielt abgeführt werden. Man spricht hier von der Vorflut.

Einfach in den Abwasserkanal geht aber nicht. In vielen Städten und Gemeinden ist dies ausdrücklich verboten. Somit muss für eine Versickerungsmöglichkeit auf dem eigenen Grundstück gesorgt werden.

Dies macht eine Rigole notwendig. Eine mehrere Kubikmeter umfassende unterirdische Kiespackung sorgt für das gezielte Versickern des aufgefangenen Wasser.

Eine Rigole ist technisch sicherlich nicht anspruchsvoll, kostet  in der Einrichtung aber auch Geld und erhöht somit die Kosten der Drainage erneut.

 

Wartung

Trotz aller Kiesschichten und Vliesummantelungen gelangen im Wasser gelöste Bestandteile immer wieder in die Drainage und setzen diese auf Dauer zu. Eine mehrere Jahre im Erdreich liegende Drainage, die noch nie gespült wurde, ist mit größter Wahrscheinlichkeit verstopft und damit funktionslos.

Ein regelmäßiges Spülen des Systems, mindestens einmal im Jahr, ist daher sinnvoll und empfehlenswert.

Fazit

Ob eine Drainage für Ihr Haus Sinn macht oder nicht, hängt aus meiner Sicht nur mit der Bauart und der Gründung Ihres Gebäudes zusammen.

Ist Ihr Haus auf einer wasserdichten, durchgängigen Bodenplatte gegründet, überwiegen aus meiner Sicht die Nachteile einer Drainage. Zu teuer und zu wartungsintensiv.

Bei älteren Gebäuden, bei denen die Bodenplatte nachträglich zwischen die Kellerwände gegossen wurde, macht eine Drainage immer Sinn. Durch die reduzierte Wasserbelastung kommt es viel seltener zu Feuchtigkeitsschäden im Bereich der Gründung und Bodenplatte.

 

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