Unverzichtbar für ein gesundes Raumklima: Hygrometer

Möglichst jederzeit über den aktuellen Zustand der Luftfeuchtigkeit in den eigenen vier Wänden informiert sein ­ mit einem Hygrometer ist das kein Problem. Durch den Einsatz derartiger Messinstrumente kann rasch auf ein aktuell ungünstiges Raumklima reagiert und zielführend gegengesteuert werden. Auf diese Weise lassen sich sowohl gesundheitliche Probleme als auch Beschädigungen an der Bausubstanz wirkungsvoll vermeiden.

Wasser in der Luft

Mit einem Hygrometer lässt sich die in einem Raum oder im Freien vorherrschende Luftfeuchtigkeit messen. Genau genommen ermittelt das Hygrometer den Anteil des in der Umgebungsluft enthaltenen Wasserdampfes. Der maximal in der Luft befindliche Wasserdampf ist dabei abhängig von der jeweiligen Temperatur ­ je wärmer es ist, desto mehr Wasserdampf kann die Luft aufnehmen. Bei einer Raum­ oder Außentemperatur von 10 °C sind das beispielsweise rund 9 Gramm Wasser pro Kubikmeter Luft. Beträgt die Temperatur 25 °C sind es schon 23 Gramm Wasser pro Kubikmeter. Das Hygrometer errechnet nun die Differenz zwischen der maximal möglichen Wasserdampf-­Konzentration und dem aktuell gemessenen Wert. Dieser auch als "relative Luftfeuchtigkeit" bezeichnete Sättigungsgrad zeigt die Feuchte, die momentan in der Raumluft erreicht wird. Beträgt die relative Luftfeuchtigkeit 100 Prozent, hat die Umgebungsluft den maximal möglichen Anteil an Wasserdampf aufgenommen.

Unterschiedliche Werte für ein gutes Raumklima

Im Wohnbereich gibt es verschiedene Luftfeuchtigkeitswerte, die für ein behagliches und gesundes Raumklima sorgen. So sind 40 bis 60 Prozent in Wohn­ und Arbeitsräumen optimal. In Küchen und Bädern empfehlen Experten Werte zwischen 50 und 70 Prozent und im Schlaf­ und Kinderzimmer sollten ebenfalls 40 bis 60 Prozent angestrebt werden.

Grundsätzlich ist die Luftfeuchtigkeit immer dann optimal, wenn Sie weder negativ auf die Gesundheit wirkt, noch Schäden an der Bausubstanz auslösen kann. Sowohl eine zu hohe als auch eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit führt in Räumen zu ungünstigen Erscheinungen. So kann ein hoher Wasserdampf­Anteil in der Raumluft bewirken, dass sich Kondenswasser an bestimmten Stellen sammelt und es zu Schimmelbildung kommt. Derartige Erscheinungen können durch die Sporen des Schimmelpilzes zu Allergien und Gesundheitsbeeinträchtigen führen. Auf der anderen Seite begünstigt eine zu geringe Luftfeuchtigkeit die Austrocknung von Schleimhäuten. Eine verstopfte Nase, tränende Augen und Halserkrankungen können die Folge sein. Eine optimale Feuchte der Atemluft ist daher das A und O.

Analog oder digital

In Privathaushalten zum Einsatz kommende Hygrometer arbeiten entweder auf mechanischer (analoger) oder elektronischer (digitaler) Basis. Bei einem analogen Hygrometer erfolgt die Messung der aktuell vorherrschenden Luftfeuchtigkeit aufgrund der Längenänderung eines speziellen hygroskopischen Stoffes. Früher wurde hierfür vielfach menschliches Haar benutzt, heute kommen stattdessen synthetische Ersatzmaterialien zum Einsatz. Die Längenänderung des eingesetzten hygroskopischen Stoffes wird auf einen Zeiger übertragen, der auf einer zugehörigen Skala den Wert der relativen Luftfeuchtigkeit darstellt.

Verwenden Sie ein digitales Hygrometer, erfolgt die Messung der Luftfeuchtigkeit mittels eines elektronischen Sensors. Die jeweiligen Werte ergeben sich dabei aus dem Abgleich des elektrischen Widerstandes beziehungsweise der elektrischen Kapazität und werden über ein Display ausgegeben.

Gute Hygrometer verfügen heute oft über eine integrierte Alarmfunktion, die beim Über-­ oder Unterschreiten der für die Gesundheit empfohlenen Werte ein optisches oder akustisches Signal ausgeben. Auch ist zumeist ein Thermometer enthalten, welches Informationen zur aktuellen Raumtemperatur liefert und auf diese Weise hilft, das bestmögliche Klima anzustreben.

Möglichst ein Hygrometer in jedem Raum

Es empfiehlt sich, in jeder Wohnung und in jedem Haus mindestens ein Hygrometer einzusetzen. Ideal ist die Verwendung mehrerer Hygrometer in unterschiedlichen Räumen. Auf diese Weise kann die im jeweiligen Bereich empfohlene Idealfeuchtigkeit überwacht und durch Heiz-­ beziehungsweise Lüftungsmaßnahmen entsprechend korrigiert werden. Grundsätzlich sollte die relative Luftfeuchtigkeit in keinem Zimmer der Wohnung höher als 75 Prozent sein. Nur so kann eine gesundheitsschädliche und die Bausubstanz negativ beeinflussende Bildung von Schimmel vermieden werden. Sofern noch nicht geschehen, sollten Sie also unbedingt über eine möglichst flächendeckende Ausstattung Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung mit hochwertigen Hygrometern nachdenken.