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Die 3 wichtigsten Innendämmsysteme im Vergleich

Innendämmungen sind mit ungerechtfertigten Vorurteilen belastet – angeblich verursachen sie Feuchte und Schimmelschäden.

Die Ursache dieser Probleme ist allerdings nicht die Innendämmung selbst, sondern die unsachgemäße Planung und Ausführung. Mit durchdachten und gewissenhaft ausgeführten Dämmmaßnahmen lassen sich solche Bauschäden ausschließen.

Anbringung Innendämmung

Eine Innendämmung wird auf der Innenseite der Außenwand eines Gebäudes angebracht. Diese Dämmebene erhöht den Wärmedurchlasswiderstand des gesamten Wandaufbaus.

Drei wichtige Innendämmsysteme

Wir haben die drei wichtigsten Systeme zusammengestellt, sie sich in diffusionsbremsende und diffusionsoffene (kapillaraktive) Systeme unterscheiden lassen.

Innendämmung mit Mineralwolle

Glaswolle und Steinwolle verfügen über großartige Dämmeigenschaften, jedoch kann Mineralwolle nur dort als Dämmstoff eingesetzt werden, wo keine Feuchtigkeit eindringt. Wird sie einmal feucht, verliert sie ihre Dämmwirkung und somit ihre Effektivität. Unter extrem hoher Feuchtigkeitsbelastung fällt Mineralwolle sogar in sich zusammen.

Glas- und Steinwolle müssen immer mit einer sogenannten Dampfbremsfolie geschützt werden. Dies ist nur mit fachgerechter und genauer Verarbeitung vorzunehmen, da die Folie absolut dicht verlegt werden muss.

Vorteile Steinwolle:

  • Günstig & vielseitig einsetzbar
  • Nicht brennbar
  • Gute Schalldämmung

Vorteile Glaswolle:

  • Flexibler Einbau
  • Vielseitig einsetzbar

Innendämmung mit Mineralschaumplatten

Das Material der Platten besteht aus Sand, Kalk, Zement und Wasser. Diese mineralischen Grundstoffe werden zu dem feuchteunempfindlichen Dämmstoff aufgeschäumt, der sehr leicht ist und eine geringe Wärmeleitfähigkeit und somit eine gute Dämmwirkung hat.

Ein großer Vorteil dieser Dämmung ist die Fähigkeit sehr viel Wasser aufnehmen, speichern und später wieder abgeben zu können. Im Fachjargon spricht man von „hoher Kapillaraktivität und gutem Sorptionsvermögen“. Es handelt sich also um ein diffusionsoffenes, kapillaraktives System, bei dem keine Dampfbremse notwendig ist.

Vorteile Mineralschaumplatten:

  • Hohe Dämmwirkung & dampfdurchlässig
  • Leicht zu verarbeiten
  • Nicht brennbar
  • Hydrophil (wasseraufnehmend und –leitend)
  • Wohnbiologisch empfohlen

Innendämmung mit Kalziumsilikatplatten 

Ein Sonderfall unter den Mineraldämmplatten ist die Kalziumsilikatplatte, auch “Klimaplatte” genannt. Sie besteht aus Siliciumdioxid, Calciumoxid, Wasserglas und etwa fünf Prozent Zellulose. Kalziumsilikatplatten sind formstabil, druckfest, nicht brennbar und baubiologisch unbedenklich.

Ein zu betonendes Merkmal dieses Innendämmungssystems ist die ausgesprochen hohe Kapillarität (Wasseraufnahmefähigkeit). Sie kann eine noch größere Menge an Feuchtigkeit aufnehmen als eine Mineralschaumplatte, nämlich bis zum dreifachen ihres eigenen Gewichts. Darüber hinaus sind die Platten durch eine sehr hohe Alkalität resistent gegen Schimmelsporen, weshalb sie für bauphysikalisch schwierige Innendämmungen besonders interessant sind und sich als ideale Lösung für Feuchträume und feuchtebelastete Wände anbieten.

Die Wärmeleitfähigkeit ist jedoch gegenüber der Mineralschaumplatte höher, die Dämmwirkung somit entsprechend schlechter.

Vorteile Kalziumsilikatplatte:

  • Einfach zu verarbeiten
  • Keine Dampfbremse notwendig
  • Baubiologisch vorteilhaft
  • Resistent gegen Schimmelsporen

Fazit: Innendämmung im Vergleich 

Ob Mineralwolle, Mineralschaumplatten oder Kalziumsilikatplatten: Eine Standardlösung für alles gibt es nicht. Um herauszufinden welche Lösung für Ihr Haus oder Wohnraum geeignet ist, wenden Sie sich gerne von unseren Experten beraten – gemeinsam finden wir die geeignete Innendämmung